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Rohfilm

Germany 1968, 16mm, b&w, sound, 20:00 min

realized by:
Birgit Hein, Wilhelm Hein

keywords:
material film
handmade film, film destruction, found-footage

cast&crew:
sound:
Christian Michelis

available copies:
LUX:
available for rent

synopsis:
Als ich „Rohfilm“ zum ersten Mal sah, hatte ich das Gefühl, einem visuellen Bombardement ausgesetzt zu sein. Der Film ist eine zermürbende Sammlung von Bildern, Mustern und Texturen, hergestellt aus allen möglichen physischen (rohen) Aspekten des Films. Einige der Bilder wurden fotografisch erzeugt (abfotografierte Fotografien), andere entstanden durch einfaches Kratzen auf das Rohfilmmaterial. Als nichtprojizierter Filmstreifen sieht er wie eine ungewöhnliche Collage von 16 mm Breite und über 200 Meter Länge aus. Alle Arten von Filmstücken, Bildern, Teilen von Bildern, Randlöcher, Filmperforationen wurden gesammelt und auf den Film kopiert, manchmal innerhalb des einzelnen Filmbildes, manchmal ohne Rücksicht auf den Rahmen des einzelnen Kaders. Wenn man den Film projiziert, kann man kein bestimmtes Bild wahrnehmen. Das Auge und der Körper erleben nur das physische Experiment des Films, kombiniert mit einem zermürbenden Ton (von Christian Michelis). Man sieht praktisch keinen Teil des Filmes lange genug, daß er sich ins Bewußtsein einprägen könnte, weder für die Erinnerung, noch für Assoziationen. Mit anderen Worten, jede Form von Erzählung wurde ausgeschaltet, und die Struktur des Films existiert nur durch seine summiert physikalische Präsenz über einen Zeitraum von begrenzter Dauer. Den ganzen Film kann man niemals als etwas anderes sehen als eine Erfahrung oder einen starken Eindruck, und er kann als solcher beschrieben werden. Das Bewußtsein der Heins für die physischen Qualitäten ist so stark, daß sie beabsichtigen, von alten, oft gespielten und verkratzten Kopien, neue Kopien zu ziehen. Diese würden die alten ersetzen, um somit den Prozeß der Veränderung der Form zu erhalten. (Stephen Dwoskin „Film is, the international free cinema“, London 1975, S. 169-70)

synopsis: LUX online catalogue 2005
„The Heins’ Grün, Rohfilm, and Reproductions include actual film collage and hand attacks upon the celluloid as well as wandering framelines and sprocket holes. Although the Heins´ technique in these films is less structural, their affirmation (particularly in Rohfilm) of the film’s substance and physical presence in the projector is overwhelming, more powerful than any America film I have see.“ (David Curtis, Experimental Cinema)


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